MustoskiffWeltmeisterschaft 2007 , Gardasee(18.-23. Juni 2007)
86 Schiffe aus 12 Nationen (darunter sogar Australien, Neuseeland und USA) waren zur ersten offiziellen ISAF Weltmeisterschaft der Mustoskiffs an den Gardasee angereist. Einige mit Auto und Hänger, die Engländer zum Beispiel ließen die Boote in riesigen Sattelschleppern anrollen und kamen mit dem Flugzeug nach, wieder andere wählten nagelneue Leihboote die vom Hersteller in England auch für die WM an den Gardasee transportiert wurden. Da dies meine erste Regatta in dieser hohen Liga war, war ich natürlich gespannt wie ich mich behaupten konnte. Allein schon vom Start der 86 Mustos bei den starken Winden am Gardasee hatte ich viel Respekt. Zu Recht, wie sich gleich bei der ersten Wettfahrt herausstellte. Da wir Segler in Österreich solche Felder nicht gewohnt sind war es für mich fast unmöglich aus der ersten Reihe zu starten, da diese begehrten Plätze hart umkämpft waren, und so musste ich meistens das Feld von hinten aufrollen. Das funktionierte nicht so schlecht, wie sich am ersten Tag in 3 Wettfahren zeigte, wo ich noch am 42. Gesamtplatz lag. Am nächsten Tag konnte ich in 2 Wettfarten die Plätze 39 und 41 erkämpfen, versaute aber eine Wettfahrt total, weil ich noch kurz vor dem Start einen Spi-Block neu fixieren musste und danach zu unkonzentriert segelte. Zum Glück hatten wir 3 Österreicher zusammen ein Betreuer-Schlauboot am Wasser in dem meine Freundin Beate mit Ersatzteilen und vor allem Getränken nach dem Zieldurchgang für uns bereit stand; - sonst hätte ich an Land segeln müssen um die Rolle zu reparieren. Am dritten Regattatag überlagerte sich die Ora mit einem Gradientenwind aus Süd, was zu recht starkem (ca. 20kn), drehendem und böigen Südwind mit viel Welle führte. Da ich unter solchen Bedingungen noch nie gesegelt war hatte ich so meine Probleme, vor allem unter Gennacker, wo ich leider ein paar Mal kenterte. Wir waren zwar zu Ostern am Gardasee trainieren, aber solche Bedingungen hatten wir damals leider nie. Es war überhaupt das erste mal, dass mein Schiff in eine Welle sprang und dabei bis hinter dem Mast im Wasser steckte. Zum Glück konnte ich diese Situation irgendwie meistern, aber speziell bei den Halsen hatte ich mit den Wellen meine Probleme, was eben zu unfreiwilligen Bädern führte. Zum Glück war ich nicht der einzige und so konnte ich an diesem Tag 3 schlechte Platzierungen ins Ziel retten. Dies ist auch nicht so selbstverständlich, denn es gibt ein Zeitlimit in dem man ins Ziel kommen muss. Ist man zu langsam, wird die Wettfahrt als NF (not finished)gewertet. Allerdings kann man sagen, dass ich an dem Tag einiges gelernt habe, was ich am nächsten Tag gleich wieder unter Beweis stellen konnte. Denn am letzten Tag hatten wir wieder sehr starken Wind mit noch größeren Wellen als am Vortag. Ich kam beim Start in die erste Reihe und als ich an der Startkreuz gegen 1-1,5m hohe Wellen angekämpft hatte, musste ich auch den Spi setzen, den alle recht zaghaft und etwas unschlüssig hochzogen. Dann begann der Rodeo-Ritt die Wellen hinauf und hinunter, den ich in dieser Wettfahrt zum Glück immer stehen konnte. So konnte ich über 40 Boote hinter mir lassen und beendete die Wettfahrt auf Platz 40. Die Clubkollegen Hubert und Lydia Kuen waren an dem Tag auch in Malcesine und die beiden waren allein vom Zuschauen von Land aus ganz begeistert. Sie halfen mir noch beim Zusammenpacken und dann ging es nach 7 Tagen Gardasee, an Erfahrung reicher, wieder zurück in die Heimat. [hier geht's zur Ergebnisliste]
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